Wettbewerbsfilme

Der internationale Kurzfilmwettbewerb “Weimarer Poetryfilmpreis” erhielt in diesem Jahr 470 Einsendungen aus über 50 Ländern. Die Programmkommission hat davon 24 Kurzfilme nominiert. Die internationale Jury, bestehend aus Kathrin Tillmanns, Jan Volker Röhnert und Helmie Stil, vergibt die beiden mit je 1000 Euro dotierten Hauptpreise für den besten Animationsfilm und den besten Realfilm. Das Publikum erhält die Möglichkeit, seine Stimme online abzugeben.

Fernsehen

Regie & Text: Elena Kaufmann

Deutschland 2020, 1:52 min

 “fernsehen” ist ein poetischer Essay über Dauer und Nähe, Entwurzelung und Gewohnheit. Dank an Pauline Weh für ihre in Antwort auf den Gedichttext entstandene musikalische Komposition.    

To Do

Animation: Mark Scott, Steven Bönnemann

Text: Rike Scheffler

Deutschland 2019, 0:47 min

„To Do“ versteht sich als freie visuelle Interpretation der einzelnen Verse des Gedichts von Rike Scheffler. Raum, Zeit und Gedanken werden nichtig, wohingegen das Auge durch eine abstrakte Welt, ohne Regeln oder Orientierungspunkte, geführt wird.

Big Boy

Regie & Text: Jonathan Phanhsay-Chamson

Frankreich 2018, 4:45 min

Eine Erlösungsskizze für einen Mann, der aufwächst und seine erste Darstellung der Welt durch Poesie dekonstruiert.

Fable

Animation: Žanete Skarule

Text: Jackson Holbert

Lettland 2019, 2:55 min

Diese spielerische Traumsequenz, die auf einem Gedicht von Jackson Hubert basiert, dreht sich um die zenbuddhistische Idee des „Gewinnens durch Loslassen“. Der sich ständig verändernde Maßstab der Objekte spielt mit der Perspektive des Betrachters, die an die Relativität von allem um uns herum erinnert – man ist Schöpfer und das Geschaffene gleichzeitig.

Life as We Covid

Regie & Text: Kathy O Lofton

USA 2020, 2:00 min

“Life as We COVID” ist eine thematische Zusammenfassung der Poesie und visualisiert symbolisch die Besorgnis und die implizite Sterblichkeit eines älteren afroamerikanischen Mannes inmitten der COVID-19-Pandemie.

What if?

Regien; Simon Daniels

Text: Stephen James Smith

Irland 2019, 5:00 min

‘What If?’ (Was, wenn?) ist ein kurzer Spoken word-Poetryfilm geschrieben von Stephen James Smith & gedreht von Simon Daniels.

Der Film zeigt die verborgene Notlage junger Menschen, die die Hauptlast der Instabilität und Obdachlosigkeit von Wohnungen tragen. Der Dichter Stephen James Smith sprach in seiner Forschung direkt mit jungen Menschen, die mit Wohnungsproblemen und Obdachlosigkeit zu kämpfen haben. Ihre Erfahrungen und ihre ihm übermittelten Worte sind Teil des Monologs des Gedichts.

‘What If?’ war das Herzstück der Kampagne „Couches Don’t Count“ von Focus Ireland aus dem Jahr 2019 für #EndYouthHomelessness.

The Fish Prince

Regie & Text: Shifra Osorio Whewell

die Niederlande 2020, 6:16 min

Ein Film über einen Fischprinzen, der in einem Heringspaket eines Supermarkts gefangen ist. Fish bietet der Protagonistin des Lebensmitteleinkäufers gerne Wünsche an. Doch wird die empörende Gier der Konsumenten sie zu weit treiben? Ein Chor weinender, zwiebelhackender Supermarktmitarbeiter sieht zu, wie sich diese märchenhafte Traumsequenz zu einer rasanten Poesieerzählung entfaltet.

A Concrete Song

Regie: Dave Tynan

Text: Oona Doherty

Irland 2017, 2:30 min

Ein Kurzfilm unter der Regie von Dave Tynan, mit den Worten und der Choreografie von Oona Doerty. In ihren Worten wollten wir einen Film machen, der “die zerbrochenen Erinnerungen an meine Jugend in Nordirland in ein neonhelles Gebet bündelt“.

Homeless

Regie: Josta Hopps

Texts: Sulaiman Bangura; Yousef Kamara; Kassasongu Mbriwa; Kabineh Kabba; Destiny Dumbuya; Mozis Rozis; Francess Kamara; Wilfred Cole; Tejan Koroma; Rashid Justice Kamara; Alhaji Kondeh; Milton Kanu; Francis Sannoh; Ibrahim Bangura; Michael Kamara; Elijah Kuyateh; Mohamed Kamara

Sierra Leone 2020, 4:30 min

17 Straßenjugendliche aus Sierra Leone schrieben jeweils fünf Gedichtzeilen über Obdachlosigkeit, die zu einem Langgedicht mit dem Titel „Homeless” (Obdachlos) zusammengefasst wurden. Alle Teilnehmer schreiben Gedichte, wurden in „Written Off“ und „Street Rhymes“, Anthologien von Gedichten von Straßenjugendlichen, oder online veröffentlicht und live aufgeführt. Josta mochte das fertige Gedicht und wollte einen Film daraus machen – was Sie sehen. Er filmte mit den Dichtern, die zeigten, wo sie schlafen und wie sie Schutzräume bauen oder Pappe sammeln, auf der sie schlafen können. Mit einer Canon 70D aufgenommen und auf FCP bearbeitet.

Liquid Traits of an Image Apparatus

Regie: Vera Sebert

Österreich 2019, 7:22 min

Abstrakte Maschinencodes erscheinen auf der Oberfläche des Bildschirms als Abbildungen, die von Menschen gelesen werden können. Visualisierte maschinelle Handlungsanweisungen bilden eine eigene Semantik und Grundlage für menschliche Handlungsanweisungen. Auf der Kinoleinwand wird dieses Bild von seiner Bedeutung entkoppelt. Es kondensiert am Bildträger und schwappt ins Auge.

Die assoziative Montage minimalistischer Nutzeroberflächen verläuft wie ein wucherndes Konstrukt entlang der filmischen Zeitachse. Die eigene Körperlichkeit im Wahrnehmungsprozess und die medial bedingte Lesart sind Protagonisten in einem Film ohne Narrativ.

 

Pao Pae

Animation & Text: Bruno Quast

Italien 2019, 4:03 min

Eine eindringliche Erinnerung reiste ans Meer, um sich auszuruhen. Dies ist ein Geschenk.

Ode to R

Regie & Text: Lory Fuchs, Sebastian Torres

Mexiko 2019, 7:45 min

“Ode to R” (Ode an das R) ist ein Gedicht, das durch die Musikalität der Worte spaziert und die Essenz ihrer Seele analysiert, um die Geräusche, die Natur und die Erfahrung des Erdbebens zu beschreiben, das Mexiko-Stadt am 19. September 2017 erschütterte.

I see the abyss

Animation & Text: Karolina Kajetanowicz

Polen 2020, 4:20 min

Ein visuelles Gedicht über das Leben und das Gegenteil zu wollen, inspiriert von der Arbeit des polnischen Dichters Bolesław Leśmian. Ein Mann führt seinen Hund in den dunklen Wald. Gedanken und Empfindungen wirbeln in ihren Köpfen, aber sie können sie nicht kommunizieren. Sie gehen zusammen und bleiben doch vereinzelt.

 

A shovel and a trowel

Regie: Andra Tarara

Rumänien 2019, 4:26 min

Ein Videogedicht gemacht aus VHS-Material eines Familienarchivs, kommunistischen Postern und Liedtexten, aktuellen beobachtenden Filmaufnahmen und Fernsehnachrichten. Eine Reflexion über das Bild des Arbeiters und über Arbeitsbedingungen damals und heute.

Entre Les Images

Regie & Text: Vito A. Rowlands

Co-Production Belgien, U.S.A., 2020, 3:43 min

Eine junge Frau beklagt den Verlust ihrer Unschuld und trauert um ihren Geliebten, als Europa im Sommer 1914 vom Krieg heimgesucht wird. “Entre Les Images” ist ein Found Footage-Film, der aus konservierten 35-mm-Nitrat-Filmrahmen aus über 100 Stummfilmen besteht, eine große Anzahl von ihnen sind unwiderruflich verloren oder nur teilweise erhalten, ohne dass etwas  außerhalb dieser wenigen erhabenen Aufnahmen auf sie hinweist. Insgesamt repräsentieren sie die Hoffnungen, Träume und Versprechen turbulenter Zeiten, die ihre Narben auf den Trägern hinterlassen haben und Leben und Tod zwischen jedem Bild verewigen. Wenn diese Einzelbilder wieder in Bewegung gesetzt werden, entsteht zwischen ihnen neue Bedeutung.

der und die

Animation: Peter Böving

Text: Ernst Jandl

Deutschland 2019, 9:35 min

Ein Liebesgedicht von Ernst Jandl ist die Grundlage für ein musikalisches `Tête-à-tête` zwischen einer Dresdnerin und einem Marsmenschen. In einem Mietwagen kommt es schnell zu einer rauschenden Liebesszene, die im Umfeld einer gewalttätigen Montagsdemo im völligen Chaos endet.

No More

Regie: Maia Watkins, Raphael Blake

Text: Maia Watkins

“No More” ist ein Spoken Word Film, der meine Erfahrungen und die tatsächlichen Auswirkungen von Messergewalt unter unseren jungen Menschen, die in London aufwachsen, untersucht.

 

fine China

Regie: David Gaines, Ruby Johnston

Text: David Gaines

Ein Mann schaut auf den feinen Porzellanschrank seiner Großmutter und denkt über seine patriarchalischen Prägungen.

 

 

Urgent Manifest

Regie: Moisés Santana Filho

Text: Talita Feuser

Brasilien 2019, 5:00 min

“Urgent Manifesto “ (Das dringende Manifest) ist ein Aufruf zum Leben, hier ist es jetzt, eine Provokation über die Zeit und ihre Endlichkeit – wo wohnt das Unendliche, wenn nicht in der Unermesslichkeit eines Augenblicks? Eine Einladung, uns von den Ketten zu befreien, die uns auferlegt wurden, Vergangenheit, Ausreden, Ängste und in das Leben einzutauchen, während wir darin sind.

 

Uncertain Expanses

Animation: Cecilia Traslaviña

Text: Lina X. Aguirre

Kolumbien 2020, 1:18 min

This film is an attempt to capture the sensations caused by reading the poem Uncertain Expanses from the book „Sordera de las nieves/The Deafness of Snow“, written by Colombian poet Lina X. Aguirre. The sand on glass animation tries to evoke the materiality of an uncertain geography. 

Schneestaub

Regie: Bettina Kuntzsch

Text: Kathrin Schmidt

Deutschland 2020, 6:30 min

Schnee, Filmstaub, Partikel.
Verschleiß, Beschädigung und Auflösung eines Films im Projektor – einer alten Laterna Magica.
Winterszenen – animiertes Fundmaterial aus der Zeit um 1900 und
Computeranimationen – zusammengestellt zu einem Gedicht von Kathrin Schmidt.
Zusätzliche Geräusche, die mit Filmresten und der Laterna Magica erzeugt werden.

Inhale

Animation: Diek Grobler

Text: Carina van der Walt

Seit dem durch COVID 19 bewirkten Lockdown haben Regisseur Diek Grobler und sein Team als Reaktion auf die globale Pandemie an einer Reihe von Animationsfilmen gearbeitet. In diesem Poesiefilm mit dem Gedicht von Carina van der Walt versuchen wir, Bild, Ton und Text zu verschmelzen, um die Möglichkeit einer engeren Symbiose zwischen Film und Text im animierten Poesiefilm zu erforschen. Durch Klang, Musik, abstrakte Form und Bewegung will der Film die Spannung widerspiegeln, die sich aus Unsicherheit und Angst vor der Pandemie ergibt.

 

Notizen aus dem Unterbewusstsein 

Animation & Text: Susann Arnold

Deutschland 2018, 3:37 min

Ein Film über das Innenleben der ostdeutschen „Wendegeneration“ (1990), dem Mangel einer sicheren Vergangenheit, der von sich immer erneuernden Brüchen erzählt und der Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. 

Idle Worship

Regie: Ariel Casimiro

Text: Jaliya The Bird

Angola 2019, 4:09 min

Dieser Film nimmt Sie mit auf die Reise des Erwachens einer Frau. Es ist eine visuelle Darstellung, die darauf abzielt, Frauen zu zeigen und zu symbolisieren, die in eine Weiblichkeit eintreten, die nicht auf der Grundlage von Missbrauch (physisch, sexuell, emotional) aufgebaut ist. Am Ende sehen wir eine stehende Frau, die sich im Licht wärmt, frei von der Last in einer bedrückenden Weiblichkeit zu existieren.