„Der Gesang der Fliegen“

ein deutsch-kolumbianisches Poetryfilmprojekt
Ein in Weimar produziertes und durch unser Festival unterstütztes Animationsprojekt. Wir werden mit den Filmemacher*innen über den Film- und Produktionsprozess sprechen, welcher von dem gleichnamigen Buch der kolumbianischen Dichterin María Mercedes Carranza inspiriert wurde. Das Gespräch wird von Rike Bolte moderiert.

Über den Film “Der Gesang der Fliegen” – Die Wiederholung der Gewalt

Der experimentelle Animationsfilm übersetzt die Verwüstung, die durch die Gewalt des bewaffneten Konflikts in Kolumbien verursacht wurde. Durch die Verbindung María Mercedes Carranzas (1945–2003) poetischer Stimme mit dem audiovisuellen Dialog zwischen 9 kolumbianischen Künstlerinnen werden historische Ereignisse zu poetischem Film. In 24 Kapiteln, die sich über einen gesamten Tag erstrecken, wird eine Landkarte des Terrors von 24 Massakern gezeichnet, die in den 90er-Jahren in Kolumbien stattfanden. Die Archivbilder, die persönlichen Erinnerungen der Künstlerinnen, sowie die wiederkehrende Verwendung von Loops erwecken die von Gewalt verwüsteten Landschaften zum Leben und bilden eine Polyphonie der Erinnerung und der Trauer, einen universellen Gesang des Schmerzes.

Der Gesang der Fliegen ist ein dreiteiliger kollaborativer Animationsfilm – Morgen, Tag, Nacht-, dessen Teile entweder als eigenständige Filme von je 15 Minuten oder als Triptychon von 44 Minuten Gesamtlänge gezeigt werden können.

Der Film wurde durch die kulturelle Filmförderung der Thüringer Staatskanzlei und die Kreativfonds der Bauhaus-Universität Weimar gefördert. Er wurde in Deutschland, Kolumbien und der Tschechischen Republik zwischen 2019 und 2021 produziert.

Neben dem Film plant die Literarische Gesellschaft Thüringen, bis Ende 2021 ein Buch über den Film und die Übersetzung der Gedichte ins Deutsche zu veröffentlichen.

– Ana Vallejo –

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Ana Maria Vallejo

(Medellín, 1983). Lebt und arbeitet in Weimar, Deutschland. Regisseurin für experimentelle und analoge Animation. Von 2017–2020 lehrte sie experimentelle Animation an der Bauhaus-Universität Weimar (Lehrstuhl für Multimediales erzählen). Sie gehört zum Leitungsteam der Internationalen Thüringer Poetryfilmtage. Außerdem ist sie Mitbegründerin des Weimarer Animationsclubs mit regelmäßigen Treffen und Veranstaltungen zur Vernetzung von Animatoren in Thüringen.

Rike Bolte

Rike Bolte ist promovierte Literaturwissenschaftlerin und lehrt lateinamerikanische, spanische und frankophone Literaturen und Kulturen. Sie ist Mitbegründerin und Kuratorin des Poesiefestivals Latinale sowie Übersetzerin von Lyrik und Prosa aus dem Spanischen und Französischen. Von ihr übertragen wurden unter anderem Nora Gomringer, Lucía Puenzo und Lina Meruane.