Deutschsprachige Poesiefilme

Die Auswahl deutschsprachiger Filme unterstreicht die Bedeutung, die der Poesiefilm im Genre des Kurzfilms erlangt hat, und stellt die Bandbreite vor, mit der zwischen Film und Lyrik experimentiert wird.

 

 

Screening
Fr. 31.05.2024, 16 Uhr

im mon ami Kino (Goetheplatz, 11)

Q&A

Sa. 1.06.2024, 16:30 Uhr
Lichthaus Kino (am Kirschberg, 4)

 

Die Playlist wird vom 31. Mai bis zum 15. Juni online sein. Beim Kauf des Tickets erhältst du das Passwort.
Hol dir jetzt deinen Ticket!

Read Me Goodbye

Regie: Holger Mohaupt

Text: Wilhelm Busch (1832–1908)

Deutschland/UK 2023, 2:35 min

Wackelnde Schuhe auf dem Bürgersteig, Fensterrahmen in einem Zug, traumhafte Skizzen einer fragmentierten Realität tauchen auf und verschwinden im Sucher. Der Filmemacher wird mit seiner Mutter auf eine unerwartete Reise mitgenommen, sie liest ihm aus seinem alten Grundschulbuch vor. Es ist ein Abschied von ihrer Vergangenheit und einem Leben, das sie einst geteilt haben.

The Polar Caps of Memory

Regie: Joachim Hofmann

Text: Michael Augustin

Deutschland 2021, 2:12 min

Die Erinnerung hat eine Polkappe aus Vanilleeis. Die schöne Kälte. Die heiße Zunge. Lass mich mal lecken am Nordpol aus Vanille. Und ich denke an die Füße in den schneedurchsuppten Winterstiefeln, die tiefgefrornen Zehen, rote Ohren, den am Deich verlornen Handschuh, blaue Lippen, an das Kreischen meiner kleinen Schwester, an das Eis am Ufer und die tausendfache Schlittenspur, an den Soundtrack viel zu kurzer Tage mit viel zu wenig Licht. Das ist der Südpol der Erinnerung.

Geheimratsecken

Regie: Micha Kunze

Text: Leah Weigand, Marco Michalzik

Deutschland 2023, 6:16 min

Zwei Poet*innen, die ein gemeinsames Ziel teilen: die Illusion eines perfekten Lebens zu erschaffen. Immer wieder bemühen sie sich darum, die Aufmerksamkeit des anderen auf ihre Erfolge, ihre Äußerlichkeiten und ihre Trophäen zu lenken. Trotz ihrer Bemühungen, ihre Unsicherheiten und Fehler zu verbergen, beginnen sie unweigerlich, die Wahrheiten aufzudecken, die unter ihren Masken verborgen sind. Allmählich lassen sie Licht auf die Stellen ihres Lebens scheinen, von denen sie gehofft hatten, dass sie unentdeckt bleiben würden.

Aber hi!

Regie: Sascha Conrad

Text: Ulrike Almut Sandig

Deutschland 2023, 4:19 min

ABER HI! handelt von der klingenden Anmut von Sprache in Zeiten von Furcht und Zorn. Der experimentelle Kurzfilm basiert auf Versen von Ulrike Almut Sandig und Friederike Mayröcker (1924 – 1921), die den Zweiten Weltkrieg und den Kalten Krieg miterlebte. Während der Entstehung dieses Filmes standen der ukrainische Dichter Grigory Semenchuk und der Musiker Vsevolod Sadovyj selbst unter Beschuss. ABER HI! bringt sie – filmisch – an einen sicheren Ort.

Mutterstadt

Regie: Schubert-Stegemann; Mirella Drosten


Text: Schubert-Stegemann

Text: Schubert-Stegemann

In „Mutterstadt“ wird der in die Jahre gekommene Stadtraum der Ruhrgebietsstadt Dortmund zu einer Analogie des alternden weiblichen Körpers. Der Film vollzieht einen Prozess des Erinnerns nach. Der Text als stream of counsciousness macht die Gedanken der Protagonistinnen, die sich zwischen Vergangenheit und Zukunft hin- und her bewegen, hörbar. Sie reflektieren die Beziehung zwischen Körper und Stadtraum. Zwei alte Protagonistinnen suchen das Zwiegespräch mit ihren jüngeren Ichs.

Mementos

Regie: Thomas Adamicka

Deutschland 2024, 10:00 min

Liebesbriefe, Fotocollagen und die Klänge einer vergangenen Zeit, verwoben nach einem musikalischen Prinzip. Drei Frauen lesen die ineinander verschachtelten Texte. Ein Clown gebärdet diese. Und das Publikum wird erinnert an die Zeit, als es noch handschriftliche Liebesbriefe verfasst und erhalten hat.

Goldene Schuhe und ein blaues Klavier: Else Lasker-Schüler

Regie: Lucia Schmidt

Text: Christine Hansmann; Else Lasker-Schüler

Deutschland 2023, 10:00 Min

Animierter Kurzfilm über das Leben und die Poesie der expressionistischen Dichterin Else Lasker-Schüler (1869-1945), deren Leben von Krieg und dem Tod geliebter Menschen geprägt war, sowie von Armut und Flucht vor dem aufkommenden Faschismus, gefolgt vom Exil; ihre Poesie ist aber auch Abbild ihrer farbenfrohen Fantasie, ihres spielerischen Umgangs mit verschiedenen Rollen und Identitäten, ihres künstlerischen Widerstands und ihrer ständige Suche nach einer Heimat.

ömpf

Regie & Text: Kuesti Fraun

Deutschland 2022, 1:00 min

Rückblick auf die Debatte um eine allgemeine Ömpfpflicht in Deutschland.