Deutschsprachige Poesiefilme

Wir können jedes Jahr nur wenige der vielen hervorragenden Einsendungen in den Wettbewerb aufnehmen. Das Programm zeigt eine zusätzliche Auswahl deutschsprachiger Filme und unterstreicht die Bedeutung, die der Poesiefilm in der Kurzfilmwelt inzwischen gewonnen hat.

Na?

Regie: Binbin Zhang

D 5:38 min

Der Film wird von einem Haus erzählt, das Erinnerungen hat wie ein Mensch. Alle Momente, die sich dort ereignet haben, sind darin enthalten. Einige Momente passierten nur einmal, andere wie in einer Zeitschleife. Das Haus erzählt uns, was es gesehen und gefühlt hat. Es bewahrt alle Spuren, die seine Bewohner überlassen haben. All diese Spuren können überall hingetrieben oder gelandet sein oder sich sogar miteinander vermischt haben.

Eigentlich ist das kein Film

Regie: Patrick Müller

Text: Marco Kerler

D 2018, 4:42 min

Ein Gedicht, ein Kaleidoskop und das Leben selbst.

schmelzen

Regie & Text: Silke Körber

D 2019, 10:23 min

„Wenn Grenzen überschritten werden – wie merkt man das?“ Der essayistische Kurzfilm schmelzen (engl. melting) beschäftigt sich mit Narben, Traumata und Tomatensauce, wirft viele dieser Fragen auf, ohne Antworten zu geben. Ich suche Bilder und Worte für das, was nicht unmittelbar, oft auch verborgen ist, obwohl es entkommt und Grenzen überschreitet.

Revision of Evidence

Regie: Sophie Salzer

D 2019, 7:51 min

Ein Film als choreografierte Begehrensökonomie von Attraktion und Abstoßung, die Momente der klassischen Kunstgeschichte zitiert und dabei in einem Raum von Lichtskulpturen zu einer eigenständigen erzählerischen Form aus fließenden Bewegungen, Jump Cuts, Gesten und Stills führt.

liedvoll, deutschyzno moja

Regie: Lukas Beier

Text: Dagmara Kraus

Germany 2018, 4 min

„es könnte millionen wörter einfach schweigen“, das Gefühl wenn man in die tiefe der Hass Kommentare in Sozialen Medien abrutscht. Auf dem Zebra Festival 2018 wurde der Film „liedvoll, deutschyzno moja“ präsentiert, von Lukas Beier, der an der Hochschule Düsseldorf bei Prof. Dr. Reiner Nachtwey und Dr. Kathrin Tillmanns im Seminar „zwischen wörtern und bildern“ entstand. Der Erzähler kämpft sich durch die Wörter Welten von „liedvoll, deutschyzno moja“, begleitet von Echos und Musik. Die Verse von Dagmara Kraus finden sich dabei in einer Social Media geprägten Optik, ergänzt durch Gifs, wieder.

Im toten Park

Regie: Moritz Liewerscheidt

Text: Dieter Liewerscheidt

D 2019, 8 min

„Im toten Park“ erzählt die Geschichte eines Lyrikers in einer Kleinstadt in der ehemaligen Bundesrepublik Deutschland – unter Bezugnahme auf einige seiner Gedichte.

Landschaft

Regie: Sascha Conrad

Text: Ulrike A. Sandig

D 2018. 3:23 min

Dieser Kurzfilm basiert auf einem Gedicht über die weibliche Identität in der deutschsprachigen Poesie. Wie formt Landschaft Sprache? Wie geht die Geschichte? Hat Sprache ein Geschlecht, wenn sie Poesie ist? Eine Reflexion in Versen, Klang und Beats der Poetryband Landschaft aus Lviv (Ukraine) und Berlin (Deutschland).

Aus Gold modelliert die Nacht

Regie & Text: Marion Brillowska

D 2018, 3:05 min

Ich zeichne mich / Mit geraden Strichen / Meine Nase ist der Hauseingang / Meine Augen sind Fenster / Mein Gesicht ist eine Mauer / Meine Stirn ist der Teppich / Meine Ohren sind Labyrinthe / Mein Mund ist ein Tunnel / Meine Haare sind Wälder / Meine Schulter ist die Kirche / Mein Bauch ist die Wüste ( Meine Brüste sind die Berge / Mein Becken ist der Busch / Mein Rücken ist der Ozean / Meine Beine sind Schlangen / Meine Füße sind Kinder

dieses regionale Getreide

Regie: Holger Mohaupt

Text: Daniel Falb

Wenn aus Schreiben Lesen wird und Lesen zu einer Erfahrung wird. „Das regionale getreide“ ist ein phonetisches Abenteuer des Unbekannten, ergänzt durch die Stimmbänder eines 11-jährigen Mädchens in Schottland.

Geschichte aus blauer hand

Animation: Alma Weber

Text: Olaf Weber

„Geschiche aus blauer Hand“ ist ein schneller Besuch bei Anna, der Blume, dem Ganzen. Von schwarzem Filzstift überzeichnet und mit Cellobogen unterstrichen.

Loreley

Regie: Marina L. Kanzian

Text: Heinrich Heine

Ein melancholischer Poesiefilm über die verführerische Macht der Natur und die bezaubernde Aura alter Legenden.

Waldsamkeit

Regie: Claus Wagner

Text: Heinrich Heine

D 2019, 8:13 min

In Heinrich Heines großer Ballade „Waldeinsamkeit“, erschienen 1851 im „Romanzero“, einem der vielleicht persönlichsten Lyrikbände des Dichters, erkennt das Lyrische Ich, dass es den „Kranz“ auf seinem Haupt verloren hat und seither von den vormaligen Spielkameraden im Wald, den Tieren und Kreaturen nicht mehr erkannt wird als einer von ihnen. Die Jugend hat ihn vor dem Erkennen und der Erkenntnis geschützt. […] In der Zusammenarbeit mit Musiker und Experimentalfilmer Claus Wagner ist eine filmische Umsetzung der „Waldeinsamkeit“ entstanden, die Gesicht und Stimme ins Zentrum setzt. Zusammen sind sie die Transmitter von Ausdruck, aber auch face-value des Lyrischen Ichs in seiner Begegnung mit den Tieren im Wald.

Nora Gomringer, April 2019

Warum, warum ist die Banane krumm

Regie & Text: Kuesti Fraun

D 2018, 02:13 min

Die Frage auf (fast) alle Antworten.