Neue Talente 2026

Sa. 06. Juni
16:30 Uhr
Filmvorführung im Lichthauskino
Am Kirschberg 4, 99423 Weimar

Das Programm zeigt Arbeiten, die im Rahmen von universitären Studiengängen entstanden sind, in denen das Genre des Poesiefilms zunehmend an Boden gewinnt und mit dem Zusammenspiel von Bild und Text experimentiert wird. Die Auswahl zeichnet sich durch die Frische und Neugier neuer Talente aus, die das Genre frei erforschen und sein Potenzial ausschöpfen.

Kuratiert von:
Anya Ryzhkova und Lucien Sieber

Swanlake

Regie: Stella Traub

DE, 2025. 5:30 min

Wenn wir krank sind, ist alles, alles was wir wollen nur eins – nicht mehr krank sein. Die Filmemacher*in sieht einen Schwan im Ententeich und träumt mit Long Covid vom Reich der Gesunden. Ein Essay der von verzauberten Kranken und träumenden Vögeln handelt.

@stelladeborahtraub

Ferryman

Regie & Text: Daniel Duque

Australien, 2025. 4:40 min

Nach einem Sturz durch die Flammen eines verheerenden Feuers erwacht eine verlorene Seele in einem fegefeuerhaften Wald. Vom pulsierenden Licht angezogen, folgt sie ihm tiefer ins Dunkel, in der Hoffnung, diesem selbst geschaffenen Limbus zu entkommen. Der Wald ist unheilvoll und voller Geheimnisse, doch sie bleibt auf das Licht fixiert. Als es greifbar nah ist, wächst das Stimmengewirr zum Schrei – das Licht zerbricht und erlischt. Die Seele bleibt zurück, verdammt, von vorn zu beginnen.

@danielduquemusic

Qamajai

Regie: Yerkezhan (Kei) Sabitbekova

DE/Kasachstan 2025, 2:43 min

Eine Frau liegt auf dem Boden – geschlagen, verängstigt, fast leblos. Ihr Vergewaltiger steht über ihr, schnallt seinen Gürtel fest und geht weg. Einen Moment lang ist sie allein. Dann, ganz plötzlich, erscheinen ihre Freundinnen. Sie heben sie hoch, trösten sie, weinen mit ihr. In ihrem Schmerz und ihrer Wut vereint, beginnen sie zu tanzen. Wird sie in der Lage sein, dieses kollektive Trauma zu verarbeiten?

@imgonnabeokei

Present Tense

Regie: Till Gombert

DE, 2026. 6:00 min

Ruhige Bilder von Gewässern, Pflanzen und Haut offenbaren sich bei genauerer Betrachtung lebendig und rhythmisch. Diese Aufnahmen entstanden kurz nach dem Tod eines Freundes aus der Kindheit. Der Text verbindet die Sammlung gefundener Objekte mit der Präsenz des Verlusts.

Da der stille analoge Kurzfilm PRESENT TENSE Themen wie Verlust und Verfall aufgreift, ist er dazu bestimmt, ausschließlich auf seinem ursprünglichen 16-mm-Material gezeigt zu werden – solange das Material selbst stand hält.

@tillogombiii

Komt ien oan

Regie: Guido van Driel

Text: Nelly Sachs

Niederlande, 2026. 4:30 min

Ein Gedicht der Dichterin Nelly Sachs wird von der Künstlerin ZEA auf Friesisch gesungen. Es thematisiert Geflüchtete und Gastfreundschaft und wird mithilfe alter Postkarten, Tonfiguren und Spielzeugritter illustriert.

Das von dem Filmemacher und Comiczeichner Guido van Driel gestaltete Video begleitet ein Lied aus dem neuen Album In lichem fol beloften. Veröffentlicht wurde das Album bei Makkum Records und Subroutine Records.

Der Text stammt von der deutsch-schwedischen Dichterin Nelly Sachs, die einer jüdischen Familie entstammte und 1940 dem NS-Regime entkommen konnte. Für ihr Werk, das sich mit dem Exil und dem Holocaust auseinandersetzt, wurde ihr 1966 der Nobelpreis für Literatur verliehen.

Arnold de Boer übersetzte ihr Gedicht Kommt einer von ferne (veröffentlicht 1946) ins Friesische und vertonte es. Später übertrug er es ins Englische. Diese Übersetzung finden Sie in den Untertiteln.

 

 

Sphere Supreme-Flying Ability

Regie: Hasan PASTACI

Text: Paul Demets

Belgien, 2024. 5:00 min

Folge Arama, geleitet von einem mystischen Granatapfelbaum, und begegne einem geheimnisvollen Mann. Auf seinem Weg wird Arama mit Teilen seiner selbst konfrontiert und setzt langsam das Puzzle seiner Identität zusammen. Doch bevor es ihm gelingt, alles zusammenzufügen – wird er es schaffen, dabei selbst heil zu bleiben?

@spheresupreme

Not All Pigeons Go to Heaven

Regie & Text: Anna Woltańska

Polen, 2025. 1:51 min

Eine exzentrische, philosophische Erzählung, in der die Grenze zwischen Absurdität und existenziellen Reflexionen auf unerwartete Weise verschwimmt. Die Erzählerin betrachtet die ungewöhnlich kleinen Hände ihrer Schwester und erwägt alternative Versionen ihrer Existenz – beispielsweise als Taube.

Bookmark

Regie & Text: Jorge Felipe Cubillos Osorio

Kanada, 2025. 10:00 min

Zwei Autoren – Al und Heller – begegnen sich zufällig in einem Park; beide ringen mit unvollendeten Gedichten: Seinem fehlt der Anfang, ihrem das Ende. Durch schüchterne Blicke und wortlose Zwiesprache wächst die Verbundenheit zwischen ihnen. Die Schreibblockade hält an, bis sie erkennen, dass ihre wahre Inspiration direkt gegenüber auf der Parkbank sitzt. Die Liebe erblüht, und endlich beginnen die Verse zu fließen. Sie vollenden ihre Gedichte, doch ihr gemeinsames Leben hat gerade erst begonnen. Jahre später blickt der gealterte Al auf ihre zärtliche gemeinsame Reise zurück und auf seine verlorene Liebe.

@bookmark_short_film

Kurator*innen: Anya Ryzhkova und Lucien Sieber

Anya Ryzhkova (*1998, Kaliningrad) ist Animationskünstlerin und Filmemacherin und lebt in Deutschland. Sie wuchs in Chemnitz auf und studiert Media Art and Design an der Bauhaus Universität Weimar. In ihren Filmen beschäftigt sie sich mit Menschlichkeit und Krieg. Seit 2022 ist sie Teil von „Animators Against War“.

Lucien Sieber ist Lehramtsstudent für das Fach Kunst an der Bauhaus Universität und inzwischen seit drei Jahren Kurator bei den Poetryfilmtagen. Seit der Zusammenstellung des ersten „New Talents“ Programms 2024 macht es ihm jedes Jahr viel Freude, die Arbeiten junger und/oder neuer Filmschaffenden zu sehen und diese im Programm sichtbar machen zu können.

NEWSLETTER

Wir halten Dich auf dem Laufenden!

FÖRDERER

Logo Thüringen Staatskanzlei Logo Stadt Weimar

VERANSTALTER UND MITWIRKENDE

Logo Bauhaus-Universität Weimar Paper Plane Animation Logo Radio Lotte Weimar Logo Kino mon ami Logo Lichthaus Eckermann Buchhandlung Logo LiteraturEtage